Solidaritätserklärung

Wir, die Fachschaftsinitiative EWF und die Initiative-Lehrerbildung der EWF in Nürnberg erklären uns solidarisch mit den Protesten und den Forderungen der Studierenden, die sich derzeit aktiv für die Verbesserungen im Bildungssystem einsetzen.

Wir kommen zu dem Schluss, dass die Bereitschaft in einen gleichwürdigen Dialog zu treten von den Regierenden nur dann gezeigt wird, wenn auf sie öffentlicher Druck ausgeübt wird. Unserer Meinung nach ist das Besetzen von Hörsälen hierfür eine legitime Ausdrucksform.

Wir unterstützen die Streikenden insbesonders in ihren Forderungen nach mehr Mitbestimmung im Bildungssystem, denn der kritische Diskurs ist Ausdruck der Teilhabe an unserer freiheitlich- demokratischen Grundordnung.

Wird das Recht der Bürgerinnen und Bürger, eine Gesellschaft aktiv mitzugestalten ignoriert, gefährdet dies (zwar nicht innerhalb einer Legislaturperiode, aber wohl langfristig) den Fortbestand einer lebendigen Demokratie.

Wir unterstützen die Forderungen der Studierenden, SchülerInnen und Auszubildenden nach grundlegenden Korrekturen im derzeitigen Schul-, Ausbildungs und Hochschulsystem, z. B. bzgl. des G8 in Bayern und der BA/MA- Ausgestaltung. Der enorm gestiegene Leistungsdruck beraubt Menschen ihrer Würde und degradiert sie zu einer reinen Rechengröße in einem Wirtschaftssystem, das zunehmend weniger dem Großteil der Gesellschaft dient.

Jedem Menschen muss der Zugang zu guter Bildung unter allen Umständen gewährt werden, unabhängig von seiner wirtschaftlichen oder sozialen Ausgangslage – in jedem Alter. Dies impliziert, dass es für alle kostenfreie und gleiche Bildungschancen geben sollte!

Ferner darf das Bildungssystem nicht wirtschaftlichen oder politischen Einzelinteressen untergeordnet werden, sondern muss unabhängige Lehre und Forschung sicherstellen. Deshalb müssen die Investitionen im Bildungssektor vom Staat erheblich gesteigert und die Unterfinanzierung der Hochschulen muss gestoppt werden. Geplante Investitionen im Bildungsbereich müssen der breiten Masse zu Gute kommen und nicht allein in Exzellenzinitiativen und Eliteuniversitäten fließen.

Wir hoffen, dass die Proteste weite Kreise ziehen und so den dringenden Handlungsbedarf im Bildungssektor in das Bewusstsein vieler Bürgerinnen und Bürger rückt, sowie die politisch Verantwortlichen an ihre Bestimmung als VolksvertreterInnen erinnert.

FSI-EWF
ILB-EWF

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